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Leihmutterschaft kann in Nepal für illegal erklärt werden

Der Oberste Gerichtshof von Nepal hat beschlossen, alle Leihmutterschaft-Programme im Land zu stoppen. Australische und israelische Medien richteten eine besondere Aufmerksamkeit auf diese Meldung, weil Nepal nach dem eigentlichen Verbot der Leihmutterschaft in Thailand für viele Bürgerinnen und Bürger von Australien und Israel zu einem Leihmutterschaft-Mekka geworden ist. Die Paare, die über nicht so viel Geld verfügen und Dienste einer Leihmutter in den USA, Kanada oder Russland nicht bezahlen können, kommen nach Nepal, obwohl sie die damit verbundenen Risiken verstehen. Bis vor kurzem kostete das Programm in Nepal durchschnittlich 30.000 Euro. Jetzt werden die Preise höchstwahrscheinlich steigen.

Die nepalesische Regierung, die einen großen Bedarf am Devisenzufluss hat, hat die Entwicklung der Leihmutterschaft im Land gewissermaßen gefördert. Es ist zu bemerken, dass Nepal eines der wenigen Länder ist, wo die Leihmutterschaft auch für homosexuelle Paare möglich ist.

Etwa hundert Kinder von den Leihmüttern sollen in Nepal in nächster Zeit geboren werden.

Informationsdienst von www.surrogacy.ru

Konstantin Svitnev, Generaldirektor der Firma Rosjurconsulting und Experte im Bereich des reproduktiven Rechts kommentiert diese Nachricht:

„Momentan geht es die Rede nicht um ein völliges Verbot der Leihmutterschaft in diesem asiatischen Land, sondern nur um ein provisorisches Verbot neue Programme der Leihmutterschaft zu starten. Diese Entscheidung ist eine einstweilige Maßnahme, bevor der Oberste Gerichtshof von Nepal eine Klage über die Nichtübereinstimmung der künstlichen Befruchtung mit den lokalen Gesetzen prüft. Eine endgültige Entscheidung wird vom Obersten Gericht Mitte September 2015 getroffen. Höchstwahrscheinlich werden dann strenge Beschränkungen nach dem Beispiel von Thailand eingeführt, wo diese bis vor kurzem blühende Branche durch die Maßnahmen der Militärregierung fast zerstört wurde.

Gewisse Einschränkungen sind in Nepal schon gültig. So dürfen lokale Eingeborenen als Leihmütter nicht auftreten. Allerdings haben die Agenturen gelernt, das Verbot durch die Urkundenfälschung umzugehen, denn der „Export“ der Leihmütter aus Indien ist teuer und lästig.

Nepal gemeinsam mit Mexiko und der Ukraine gehört zu den Ländern mit einem hohen Risiko für zukünftige Eltern. Das Fehlen einer gesetzlichen Regelung und widersprüchliche Rechtspraxis, geschweige denn katastrophale Wirtschaftslage und hohes Kriminalitätsniveau sind die Gründe dafür. Darüber hinaus gibt es ernsthafte Probleme mit der Täuschung und Ausbeutung der Leihmütter, sowie der Einhaltung der grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsstandards“, sagt der Experte.





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